Bin ich anders als die anderen?

Ich finde es immer wieder interessant, am Anfang eines Workshops von neuen KursteilnehmerInnen zu erfahren, wo sie mit Ihrem Zeitmanagement stehen. Zum einen bin ich einfach neugierig und stelle Information gerne statistisch dar, zum anderen weiß ich, dass es den TeilnehmerInnen hilft, im Austausch mit anderen zu erkennen, dass wir alle vor den gleichen Herausforderungen stehen.

zur-bearbeitung-meiner-emailsDie meisten von uns (64%) laufen mit dem Gefühl herum, „einfach zu viel zu tun zu haben und nicht genug Zeit, alles zu schaffen“. Dennoch gelingt es 86% von uns,  pünktlich zu sein! Das ist doch eigentlich erstaunlich, oder? Daher stammt wahrscheinlich auch der Eindruck, dass man der einzige ist, der so gehetzt ist. Alle anderen scheinen ihr Zeitmanagement voll im Griff zu haben und sehen bei weitem nicht so gestresst aus wie ich mich fühle :).

in-meinem-posteingangDie Zahlen, die ich aus meinen Befragungen am Anfang eines Workshops erhalte, zeigen jedoch in der Tat immer ein ähnliches Bild: Wir sitzen alle im gleichen Boot!

Den meisten von uns geht es im Umgang mit den immer weiter steigenden Anforderungen an unsere Zeit recht ähnlich – wir sind schlicht und einfach überfordert.

im-schnitt-verbringe-ichUnd das ist natürlich auch verständlich. Wir leben mittlerweile in einer Welt, die sich exponentiell entwickelt. Ray Kurzweil, ein bekannter Zukunftsforscher, hat sich näher mit dieser Herausforderung auseinandergesetzt und sagt, dass die Veränderung, die wir im 21. Jahrhundert erfahren werden, sich wie 20.000 Jahre Veränderung anfühlen werden! Warum? Weil wir für exponentielles Wachstum von der Evolution her nicht ausgerüstet sind; wir haben keine Sensoren dafür.

Wir sind ja diejenigen, die eine solche Entwicklung erstmalig in die Wege leiten – und uns dessen gerade erst anfangen, bewusst zu werden.

Am Ende des TagesWenn so viel auf uns einstürzt, wir zum Teil viele Stunden täglich in Meetings verbringen und 86% von uns fast immer oder häufig an mehreren Dingen gleichzeitig arbeiten, muss man schon sehr fokussiert sein, wenn man am Ende eines Tages zufrieden nach Hause zu gehen will, nicht wahr?

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5 Antworten zu Bin ich anders als die anderen?

  1. Yv schreibt:

    Hallo Eb,

    stimmt – die meisten von uns leben in einem Hamsterrad, getrieben von To-Do-Listen, von Pflicht- und Erwartungserfüllung – ohne zu merken, dass eben viele dieser Pflichten und Erwartungen gar nicht wirklich die Eigenen sind.
    Welche Rollen spielen wir und wieviele Rollen versuchen wir tagein tagaus zu erfüllen, obwohl dies ein schier unmögliches Unterfangen ist?! Wir können weder alle(s) gleichzeitig und auch nicht hintereinander bedienen: die Erwartungen unseres Chefs, unserer Kollegen, des Partners, und (wenn welche vorhanden) unserer Kinder, …
    Auch werden wir niemals wirkliche Erfüllung darin finden, all den aus frühen Prägungen noch immer wirksame Erwartungen unserer Eltern zu folgen, oder denen unserer Lehrer oder anderer nahestehenden Menschen, die uns ihre unreflektierten “Weisheiten” darüber wie so ein Leben funktioniert, mitgegeben haben…
    Auch gilt es, solche Sätze wie “Der frühe Vogel fängt den Wurm” oder “Lieber den Spatz in der Hand, als die Taube auf dem Dach” oder ganz klassisch “Erst die Arbeit, dann das Vergnügen!” zu hinterfragen. Wieso nicht mit VERGNÜGEN ARBEITEN?

    Um wirklich zeiteffizient zu arbeiten, reicht meiner Meinung nach eine strukturierte Vorgehensweise nicht aus. Früher oder später fällt man dann doch wieder zurück in seine alten Muster, wenn man die Rollen nicht hinterfragt hat, die man im Beruf/ in der Partnerschaft/ im Freundeskreis und gesellschaftlichen Umfeld spielt und mit einem enormen energetischen und zeitlichen Aufwand versucht zu erfüllen.

    Ehrliches Aussortieren ist angesagt:

    Was ist wirklich wirklich meins? Was kann und will ich wirklich?
    Und was versuche ich eigentlich nur dem anderen zuliebe zu erfüllen bzw. um hinterher Lob, Wertschätzung und Anerkennung zurückzubekommen – als Beweis und als Bestätigung, ein liebenswerter wertvoller Mensch zu sein…

    Sich diese Fragen zu stellen und nach ehrlichen Antworten zu suchen, ist der erste Schritt in ein sinn-erfülltes, authentisches Leben.

    Und dann schauen wir aus einer ganz neuen Perspektive auf Werkzeuge wie Zeitmanagement. Warum nicht mal “Love-To-Do-Listen” anfertigen? Wenn ich weiß, was ich wirklich gerne tue, ist das eine ungeheuer wirksame Motivation, die Dinge nicht mehr vor her zu schieben. Und genauso, wenn ich weiß, was mir einfach nicht liegt (ich nenne sie in meinen Kursen die “Don´t-Do-Listen”), kann ich das deligieren, an andere weitergeben, Netzwerkressorcen nutzen.

    So. Das musste ich mal loswerden.
    Hoffe, dass mein Beitrag den ein oder anderen dazu inspiriert, mal einen gründlichen gewissenhaften Check zu machen, mit welchem Motor er bzw. sie eigentlich fährt und gegebenenfalls den Fiat austauscht gegen den Porsche (der schon seit Jahren unbenutzt in der Garage stehen bleibt, damit ja kein Kratzer drankommt ;o)

    Sprich: hör auf zu “funktionieren”, sondern folge deinem Stern – oder noch besser: sei einer und drücke dich zu 100% durch das aus, was du wirklich gerne tust!
    Und dann bekommt auch Zeitmanagement einen neuen Sinn: dieser leistungsstarken, weil sinnerfüllten Motivation (Porsche!) den Weg zu weisen, Struktur zu geben, damit das Ziel erreicht wird.

    Beste Grüße und viel
    HerzLicht,
    Yv

    • productivity21 schreibt:

      Liebe Yv,
      vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar, dem ich aus ganzem Herzen zustimme un den du sehr umsichtig formuliert hast. Mit “Sich diese Fragen zu stellen und nach ehrlichen Antworten zu suchen, ist der erste Schritt in ein sinn-erfülltes, authentisches Leben. ” – triffst du den Nagel auf den Kopf!
      Freue mich auf unsere nächste Session!
      Eb

    • immo lünzer schreibt:

      MERCI VIELMALS für diesen wertvollen Beitrag:

      Ehrliches Aussortieren ist oft LOSLASSEN zur rechten Zeit
      und klar klären, was ich (eigentlich) nicht tun will.

      Aber ich erlebe auch, dass es plötzlich irgendwelche Blockaden gibt bei den Dingen, die ich eigentlich tun will.

      Habt ihr da noch Anregungen?
      Oder fallen die Blockaden ‘einfach’ immer mehr weg, je mehr ich mich auf das EIGENTLICHE konzentriere?

      Ansonsten versuche ich auch, meine TRÄUME immer mehr zu leben (wobei ich dann – nach einer Probefahrt – auf den überteuerten Porsche verzichtet und mir lieber einen schönen Audi gekauft habe! – Ein kleiner Fiat war übrigens ‘mein’ erstes Auto.)

      • productivity21 schreibt:

        Hallo Herr Lünzer,
        vielen Dank für Ihren Beitrag und Ihre Frage.
        Bzgl. der Blockaden möchte ich folgendes sagen: zum einen sind sie ganz normal und betreffen daher jeden von uns immer wieder mal. Zum anderen – und damit unterstreiche ich nur meinen gerade genannten Punkt – sind sie auch zu erwarten. Wir leben in einer sich ständig wandelnden Welt und sind aufgefordert, uns diesem Wandel zu stellen. Das heißt, dass von uns eine neue und andere Antwort erwartet wird als die, die wir bereits kennen und geübt haben. Und zu der neuen Antwort könne wir viele Ideen und Vorstellungen haben, können auch Angst davor haben oder uns gar nicht klar darüber sein, wie sie denn aussehen sollte. Wundert es da, wenn wir nicht immer voller Elan da herangehen, sondern vielleicht „Blockaden“ spüren?
        Natürlich gibt es Möglichkeiten, anders damit umzugehen. Das fängt damit an, dass man sich überlegt, warum man denn nicht an die Aufgabe herangeht, die man eigentlich erledigen sollte. Wenn man nach dieser kurzen Analyse immer noch der Meinung ist, dass es sich um eine wichtige Aufgabe handelt, die es zu erledigen gilt, dann macht es Sinn, sich die Aufgabe in kleine Teilaufgaben zu zerlegen. Und dann anfängt, jeden Tag eine kleine Aufgabe zu erledigen….Ähnlich wie der Vater, der sein Kind dazu bewegt, sein Zimmer aufzuräumen: “Räum bitte dein Zimmer auf!” – “Keine Lust.” – “Mh, kannst du dein Bett machen?” – “Ja.” – “Und deinen Schreibtisch ordnen?” – “Ja.” … Also: Schritt für Schritt…
        Mehr dazu in der nächsten Session….
        Herzlichst
        Eb Schmidt

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